„Wie kann ich denn ein Positive Leadership gemäß dem PERMA-Lead-Modell in meinem Arbeits- bzw. Führungsalltag praktizieren? Dieser ist doch so stark von einem starken Wandel und oft Unvorhersehbarem geprägt.“ Solche Aussagen, die auch eine tiefe Verunsicherung der Führungskräfte zeigen, hören wir immer wieder.
Deshalb hier eine kurze, exemplarische Beschreibung, wie sich ein Positive Leadership gemäß dem PERMA-Lead-Modell gestalten kann, sofern seitens der Führungskräfte ein Bewusstsein für dessen Notwendigkeit gerade in Zeiten eines starken Wandels und einer hohen Verunsicherung der Mitarbeitenden besteht.
Praxis-Beispiel für ein Positive Leadership gemäß dem PERMA-Lead-Modell
Frau Fratschner, eine Abteilungsleiterin im Bereich Kundenbetreuung eines Dienstleistungsunternehmens, setzt das PERMA-Lead-Modell unter anderem wie folgt aktiv in ihrem Arbeits- und Führungsalltag um.
- Positive Emotionen: Frau Fratschner startet jede Arbeitswoche mit einem kurzen Team-Meeting am Montagmorgen. In ihm lässt sie die im Mitarbeitergespräch die vergangene Woche Revue passieren und hebt insbesondere die Erfolge in ihr hervor und spricht den einzelnen Teammitgliedern ihre Anerkennung für ihren Beitrag hierzu aus. Diese positiven Rückmeldungen schaffen eine motivierende Atmosphäre und heben die Stimmung im Team.
- Engagement: Bei der Wochenplanung achtet sie darauf, dass all ihre Mitarbeitenden primär Aufgaben übernehmen, die ihren Stärken und Interessen entsprechen. So ist zum Beispiel Frau Müller eher für kreative (Marketing-)Aufgaben zuständig, während Herr Becker eher planerische, analytische Aufgaben übernimmt. Durch diese stärkenorientierte Aufgabenverteilung sind die Mitarbeitenden voll engagiert und oft im Flow-Zustand, was zu einer höheren Produktivität führt.
- Relationship (Beziehungen): Frau Fratschner organisiert regelmäßige Team-Events, wie gemeinsame Mittagessen oder Teambuilding-Aktivitäten, bei denen auch die Mitarbeitenden, die weitgehend im Homeoffice arbeiten, anwesend sind. Diese Maßnahmen fördern den informellen Austausch und stärken die emotionalen Beziehungen im Team. Dies stärkt wiederum das Zusammengehörigkeitsgefühl und den Teamgeist, was auch die Zusammenarbeit bzw. Kooperation fördert und das Konfliktpotenzial minimiert.
- Meaning (Sinn): Sie legt im Mitarbeiterkontakt und -gespräch einen großen Wert darauf, den Mitarbeitenden den Sinn und Zweck hinter den (Teil-)Aufgaben zu vermitteln. Bei jedem Change-Projekt erklärt sie, was dieses zum Erreichen der Unternehmensziele beiträgt und welche Relevanz dieses zum Beispiel für den Kundennutzen oder die künftige Marktfähigkeit des Unternehmens hat. Diese Sinnvermittlung motiviert die Mitarbeitenden zusätzlich und gibt ihrer Arbeit eine tiefere Bedeutung.
- Accomplishment (Zielerreichung): Sie setzt bzw. vereinbart mit ihren Mitarbeitenden klare, erreichbare Arbeitsziele, aber auch persönliche Entwicklungsziele und verfolgt die Zielerreichung regelmäßig. Sie stellt sicher, dass jeder Mitarbeitende stets weiß, welche Ziele angestrebt werden und was der aktuelle Stand ist. Durch ein regelmäßiges Feedback und eine bei Bedarf individuelle Unterstützung stellt sie sicher, dass die Ziele erreicht werden, was das Selbstvertrauen und -bewusstsein der Mitarbeitenden und die Zufriedenheit im Team stärkt.
Die 5 Dimensionen des PERMA-Lead-Modell im Führungsalltag verzahnen
Dieses Beispiel zeigt, wie die fünf Dimensionen des PERMA-Lead-Modells im Führungsalltag ineinandergreifen und sich wechselseitig verstärken. Gerade in Zeiten von Unsicherheit und eines steten Wandels bietet ein Führungsverhalten, wie es Frau Fratschner zeigt, den Mitarbeitenden den nötigen Halt und Orientierung sowie (emotionale) Sicherheit, die sie brauchen, um (weiterhin) motiviert, erfolgreich und zufrieden zu arbeiten.
Die Fähigkeit, ebenfalls ein solch zukunftsweisendes und mitarbeiter- bzw. stärkenorientiertes Führungsverhalten zu zeigen, erläutern wir Ihnen bzw. Ihren Führungskräften, sofern gewünscht, in unseren Coachings und Seminaren.
Mehr Positive Leadership Praxis-Beispiele erwünscht?
In unserem Buch „Positiv führt! Mit Positive Leadership Teams und Organisationen empowern“ finden Sie übrigens weitere Praxisbeispiele, wie Führungskräfte in ihrem Arbeitsalltag ein Positive Leadership gemäß dem Perma-Lead-Modell praktizieren können.