Der Break bzw. die Auszeit zwischen den Jahren bietet Ihnen als Führungskraft die Chance, mit Ihrem Team zu Jahresbeginn neu durchzustarten. Diese sollten Sie nutzen.

 

So grau wie der Himmel zumeist in dieser Jahreszeit ist, so düster ist aktuell auch die Stimmung in vielen Unternehmen. Und ihre Mitarbeitenden? Sie sehnen aufgrund der zahlreichen Herausforderungen, vor denen sie und ihre Arbeitgeber stehen, die Auszeit zwischen den Jahren geradezu herbei –

  • zum Durchatmen und Luft holen,
  • zum Abstand zu gewinnen vom Alltagsstress und
  • um neue Energie zu tanken.

 

Die Mitarbeitenden sehen oft kein Licht am Ende des Tunnels

Doch werden die Mitarbeitenden der Unternehmen nach der Auszeit im neuen Jahre voller Lust und Freude sowie Zuversicht und Tatendrang an ihre Arbeitsplätze zurückkehren? Die meisten von ihnen vermutlich nicht, denn die

  • die Rahmenbedingungen ihrer Arbeit werden sich nicht geändert haben und
  • die Herausforderungen werden dieselben wie im alten Jahr sein (sofern nicht noch einige hinzugekommen sind).

Entsprechend uninspiriert werden nicht wenige Mitarbeitende im neuen Jahr an ihren Arbeitsplatz zurückkehren – zumindest solange sie

  • kein Licht am Ende des Tunnels sehen und
  • nicht die Hoffnung und Zuversicht verspüren, dass sich das Blatt (in ihren Augen) wieder zum Guten wendet.

 

Den Jahresbeginn für einen partiellen Neuanfang im Team nutzen

Deshalb sollten Sie als Führungskraft im neuen Jahr nicht so starten, als hätte es die Auszeit zwischen den Jahren nicht gegeben. Nutzen Sie vielmehr den Jahresbeginn und die Tatsache, dass ihre Mitarbeitenden zumindest mit teilweise gefüllten Energietanks wieder in den Betrieb zurückkehren, für einen partiellen Neuanfang.

Setzen Sie sich zum Jahresbeginn zum Beispiel mit Ihren Mitarbeitenden zusammen, und sagen Sie ihnen, dass Sie sich freuen, sie wiederzusehen; schildern Sie ihnen zudem,

  • wie sehr Sie selbst Ihre Auszeit zwischen den Jahren genossen haben und
  • wie stark Sie in ihr spürten, wie leer Ihre eigenen Akkus waren und wie stressig das zurückliegende Jahr war.

 

Den Mitarbeitenden nochmals die gewünschte Wertschätzung zeigen

Sagen Sie danach zu Ihren Mitarbeitenden zum Beispiel: „Das ging Ihnen vermutlich ähnlich. Deshalb möchte ich Ihnen nochmals herzlich für Ihr Engagement im Jahr 2025 danken. Denn es war nicht selbstverständlich, dass Sie ….“

Zeigen Sie Ihren Mitarbeitenden also nochmals Ihre Wertschätzung und Dankbarkeit (möglichst anhand konkreter Beispiele aus dem Arbeitsalltag) … denn dies stärkt ihre emotionale Verbindung zu Ihnen.

 

Die Stärken des Teams und seiner Mitglieder unterstreichen

Danach können Sie das Gespräch allmählich auf die Herausforderungen im neuen Jahr überleiten. Zum Beispiel mit Worten wie: „Ich sage Ihnen jedoch offen:  Ich vermute, dass das neue Jahr nicht weniger herausfordernd wie das alte werden wird, denn die Rahmenbedingungen sind die gleichen und …. Dessen ungeachtet bin ich jedoch überzeugt, dass wir die Herausforderungen gemeinsam meistern – und zwar nicht nur weil die Unternehmensleitung im vergangenen Jahr die Weichen bereits in Richtung … gestellt hat. Entscheidender ist, dass Sie als Einzelpersonen und als Team im vergangenen Jahr folgende Stärken bewiesen haben: … . Deshalb bin überzeugt, dass wir es schaffen, wenn wir weiterhin als Team agieren und unsere Hoffnung und Zuversicht bewahren. Das erfordert jedoch von uns allen auch, dass wir achtsam für die Bedürfnisse unserer Kollegen sind – also dafür, was diese gerade empfinden und gerade brauchen,

  • um ihren Job gut zu machen,
  • um nicht die Hoffnung und Zuversicht zu verlieren,
  • um nicht an ihre Belastungsgrenzen zu stoßen usw…“

 

Sich als Führungskraft lern- und veränderungsbereit zeigen

Daran sollten Sie zum Beispiel anschließen: „Für mich als Ihre Führungskraft gilt das selbstverständlich in besonderem Maße. Und ich verspreche Ihnen, ich werde mich darum bemühen. Ich verspreche Ihnen aber nicht, dass mir dies stets gelingt. Deshalb bitte ich Sie: Sprechen Sie mich direkt darauf an, sagen Sie es mir unmittelbar, wenn ich mich in Ihren Augen inadäquat verhalte. Dann werde ich mich bemühen, den Fehler auszubügeln, und versuchen, mein diesbezügliches Verhalten zu verändern.“

Zeigen Sie sich Ihren Mitarbeitenden also als Mensch, der auch Schwächen hat und Fehler macht; des Weiteren als eine Person, die bereit ist, zu lernen und ihr Verhalten bei Bedarf zu ändern. Denn nur so können Sie Ihre Vorbildfunktion als Führungskraft für Ihre Mitarbeitenden effektiv wahrnehmen und werden sie sich von Ihnen inspirieren und motivieren lassen.

 

Einen Impuls-Vortrag in das Jahres-Kick-off integrieren?

Die obigen Ausführungen sind selbstverständlich nur eine mögliche Blaupause für das Gespräch, das Sie sozusagen beim Jahres-Kick-off mit Ihren Mitarbeitenden führen. Wie Sie dieses konkret gestalten, müssen Sie selbst situations- und konstellationsabhängig entscheiden. Denn es macht einen gewaltigen Unterschied, ob 2026 in Ihrem Unternehmen zum Beispiel ein Personalabbau auf der Agenda steht oder nicht.

Sofern gewünscht können Sie auch einen Impuls-Vortrag eines externen Positive Leadership-Experten – zum Beispiel von uns – in Ihr Kick-off integrieren; beispielsweise, wenn die Teilnehmer primär Führungskräfte sind, zum Thema „Positive und stärkenorientierte Führung“. Oder, wenn die Teilnehmer primär Mitarbeitende auf der operativen Ebene sind, zum Thema „Wertschätzender Umgang miteinander“ oder „Selbstführung in schwierigen Zeiten“.

 

Hoffnung und Zuversicht: zentrale Energiequellen und Changetreiber

Auf alle Fälle sollte in den Vorträgen – egal, unter welcher Überschrift sie stehen – jedoch auch das Thema „die Hoffnung und Zuversicht in schwierigen Zeiten bewahren“ angesprochen werden. Denn wenn die Mitarbeitenden die Hoffnung „Wir schaffen das“ verlieren, sinkt automatisch ihre Leistungsfähigkeit und -bereitschaft sowie ihre Identifikation mit ihrem Arbeitgeber.

Dasselbe gilt für Führungskräfte. Auch sie können dann nicht mehr die gewünschte sowie von ihnen erwartete Wirkung entfalten. Also ist es eine zentrale Führungsaufgabe, die Hoffnung und Zuversicht, bei sich selbst und den Mitarbeitenden zu bewahren.

 

Als Führungskraft und Team im Jahr 2026 „brennen“ ohne „auszubrennen“

Diese Aufgabe können Sie erfüllen, wenn Sie selbst zwar „brennen“ doch nicht „ausbrennen“. Das erfordert auch eine Selbstführung von Ihnen. Achten Sie also auch auf ihr persönliches Wohlbefinden, denn nur dann können Sie 2026 als Führungskraft auch die gewünschte Wirksamkeit entfalten.

In diesem Sinnen wünschen wir Ihnen allen erholsame und besinnliche Tage zwischen den Jahren und einen guten Start voller Hoffnung und Zuversicht – und somit auch Tatkraft –  ins neue Jahr.

 

Ihre Positivity Guides

Elke Katharina Meyer, Frank Nesemann und Thomas Achim

 

PS (ergänzt am 3.01.2026).: Dieser Blogbeitrag ist zwischenzeitlich übrigens in einer modifizierten Form auch als Artikel auf den Webseiten der Zeitschriften PersonalSchweiz, Finanzwelt und  PT-Magazin erschienen.